RKW Zinnowitz, Donnerstag, 24. August

Die Nacht war bei den Mädchen schnell ruhig, bei den Jungen hingegen, müssen unaufhörlich bis tief in die Nacht beunruhigende Gestalten im Schlafzimmerflur auf und ab gewandelt sein. Auf jedenfall haben die Jungen alle Feinde ritterlich in die Flucht geschlagen, um dann erschöpft am Morgen die Heldentaten zu schildern. Das Morgengebet haben wir in frischer Waldluft eingeatmet und gesungen. Schön ist es, wenn der noch nicht ganz wache Körper an der Sonne inmitten des Kiefernwaldes im Morgenlied sich wach singt. Das anschließende Frühstück war üppig und lecker. Der Tischdienst inzwischen versiert und so konnten wir um 10 Uhr pünktlich mit Unterstützung der Band vom Boten Phillip unsere Geschenke entgegennehmen. In kleinen Gruppen wurde das postalische Geheimnis gelüftet. Es erzählt auf unterschiedliche Weise, wie wir Christen – evangelische und katholische einander zum Geschenk werden. Zum Beispiel durch die Bibel, die uns geschenkt ist. Sie erzählt im Alten und Neuen Testament von der Geschichte der Menschen mit Gott. In der evangelischen Kirche gibt es seit 2017 eine neue Übersetzung der alten Texte und in der katholischen Kirche gibt es ebenfalls seit 2017 eine neue Übersetzung der gleichen alten Texte. Streit? oder Vielfalt? entscheiden Sie selbst. Vergleichen Sie wie die Kinder die gleichen Texte in der jeweils anderen Übersetzung. An beiden haben über mehrere Jahre Sprachwissenschaftler und Theologen wissenschaftlich gearbeitet und es ist wirlich erhellend zu welch unterschiedlichen Aspekten der Übersetzung die evangelischen und Katholischen Exegeten gefunden haben. Es bereichert unser Verständnis enorm. (siehe bibelserver.com).

Nach der Geschenkeverarbeitung in den verschiedenen Gruppen gab es Mittag: Minibuletten in Tomatensouce an Reis und gedämpften Frischgemüse. Es war so lecker, das der Pfarrer mit seinem Minirad aus der Zentralen Küche Nachschlag geordert hat. Der ganze Nachmittag war der Sonne, den Wellen, der Düne, dem Spielen und dem Sand gewidmet. Ausgehungert kamen wir zum Abendbrot. Das Geländekennlernspiel mit Sara hat jeden und jede jeden Winkel des Geländes und aller Besonderheiten vom Haus St. Otto gezeigt. Im Ergebnis bekamen alle Teilnehmenden eine Kinokarte für Morgen geschenkt.

Das Abendgebet führte uns in die Kapelle. Dort wartete der Erzbischof in der letzten Bank auf uns. Wir haben ihn erst gar nicht bemerkt und wahrgenommen, sondern unser Abendgebet in aller Würde begonnen. „Ein Licht geht uns auf in der Dunkelheit …“ Wir haben unsere Erlebnisse und Bitten auf kleine Zettel geschrieben und auf den Altar gelegt und zum Gebet gemacht. Der Erzbischof auch. Er gab uns seinen Segen zur Nacht und beeindruckt verließen wir alle die Kapelle.

„Wir sind Kinder des Lichts ..“ so klingt es mir beim Schreiben dieses Berichtes noch nach. Ehrlich da ist was dran. Gute Nacht.